Rettet die Christuskirche

Was ich nicht glaube - von Gerit Hirsch

Wenn ich daran denke, dass die CK im Belgischen Viertel in Köln bald – so geplant – abgerissen sein wird, könnte ich traurig werden. Bin ich aber nicht, denn ich glaub´ immer noch nicht richtig dran. Und selbst wenn es denn passiert sein sollte, wäre es schon wunderbar, dass „sie“ es so lange geschafft hat.

Wie schützende Hände gab es in den letzten 20 Jahren immer wieder Menschen, die alles vermögende in eine nachhaltige, demokratische Gemeinde- und Standortarbeit gesteckt haben.
Für mich fühlt es sich ein bisschen so an, als haben wir uns da im Belgischen Viertel immer ein wenig Hoffnung weiter gereicht, denn teure Mietswohnungen und private Kindertageseinrichtungen haben wir hier ja schon ganz viele und ich kenn´ hier eigentlich keinen, der gerade das bei der evangelischen Kirche sucht.

In dieser „Rettet die CK – Zeit“ habe ich tolle Menschen kennen gelernt. Pfarrer auch, aber vor allem Eltern, Familien – viele, die durch ihr Wesen, ihre Qualifikationen, diesen Ort zu einer lebendigen Vielfalt gemacht hätten, der diesem Viertel weiter Beständigkeit, Ruhe und Halt hätte geben können.

Ich selbst war 1999 das erste mal in der CK, gerade frisch zugezogen, hochschwanger mit meinem ersten Kind saß ich damals noch auf den Holzbänken, bei Pfarrerin Breitbach und Vikar Rollbühler im Weihnachtsgottesdienst.

Später sollten meine drei Kinder in der CK getauft werden, wegen der langen Vakanz immer von „einspringenden“ Pfarrern, die immer vor allem wenig Zeit hatten.
Mein ältester Sohn Paul wurde gerade im April 2013 in einer übervollen Kirche konfirmiert. Mein zweiter Sohn fragte sofort, wo denn die ganzen Leute bei seiner Konfirmation Platz finden werden, wenn „da“ dann alles kleiner wird.
Im Kölner Norden werden solche Feste nicht mehr gefeiert werden. Aber wie gesagt, ich glaube ja nicht dran.
Ich glaube an eine Kirche, die ganzheitliche Visionen entwickelt, die bei Abriss und Neubau die menschlichen Bedürfnisse und unsere Umwelt im Fokus hat.
Wo finden wir gemeinschaftliche und ökologische Ansätze in der Idee der teuren Mietimmobilie? Wo spielen Kinder und wer hat an die Suppenküche gedacht?

Ich glaube auch an eine Kirche, in der unterschiedlichste Entwürfe nebeneinander existieren. Deswegen finde ich es auch schön, eine Zeit lang Presbyterin für die alte baufällige Dame gewesen zu sein, in deren zugewucherten Garten Obdachlose schlafen und Kinder spielen.

In all der Ungepflegtheit war diese Kirche immer Ort und Raum für Kontemplation, eine Insel in einem quirligen Viertel. Für mich bleibt das so. Wenn es sich doch so ändern sollte, wie vom Presbyterium beschlossen, geh´ ich einfach nicht mehr hin und glaub´ weiter, was ich nicht glauben kann.

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